1. Rollen und Verantwortung
Der Partnerbetrieb ist Vertragspartner des Kunden für die von ihm angebotene und ausgeführte Fahrzeugdienstleistung. Er ist für Leistung, Qualität, gesetzliche Gewerbe- und Informationspflichten, Gewährleistung, Steuern und die Richtigkeit seiner Angebotsdaten verantwortlich. Fahrnetz stellt die Vermittlungs-, Buchungs-, Termin-, Kommunikations-, Zahlungs- und Abrechnungsinfrastruktur bereit.
2. Angebote, Fahrzeugarten, Preise und Zusatzfragen
Der Betrieb hält Leistung, angebotene Fahrzeugarten, Varianten, Add-ons, Dauer, Zeitfenster, Kapazität und Preise aktuell. Berechenbare Unterschiede sollen als Preisvariante oder Add-on hinterlegt werden. Freiwillige Vorabfragen dürfen der Vorbereitung dienen, dürfen aber nicht dazu verwendet werden, einen als Fixpreis dargestellten Auftrag ohne Abstimmung nachträglich beliebig zu verteuern.
Ergeben sich aufgrund der tatsächlichen Situation zusätzliche, im gebuchten Umfang nicht enthaltene Arbeiten, muss der Betrieb den Kunden vor deren kostenpflichtiger Durchführung über Art und Preis informieren und dessen Zustimmung einholen.
3. Buchungen und Terminantworten
Bei Buchungsanfragen bestätigt der Betrieb einen der angebotenen Termine, schlägt einen Alternativtermin vor oder lehnt ab. Bei Direktbuchungen werden nur freigegebene und nach der Plattformlogik verfügbare Zeiten angeboten. Der Betrieb muss seine Zeitfenster, Kapazitäten, Sperrzeiten und – soweit genutzt – den verbundenen Kalender aktuell halten.
4. Plattformgebühr
Für über den Fahrnetz-Marktplatz vermittelte und erfolgreich zahlungswirksam gewordene Buchungen beträgt die Plattformgebühr bei einem Basic-Profil 14 % und bei einem Premium-Profil 8 % des für die jeweilige Buchung maßgeblichen Kundenbetrags. Für Buchungen über den persönlichen Premium-Buchungslink /b/<slug> beträgt die Plattformgebühr 4 %. Die bei Anlage der Buchung gültige Provisionsquelle und der Prozentsatz werden als Buchungs-Snapshot gespeichert.
Die steuerliche Behandlung der Fahrnetz-Plattformgebühr richtet sich nach dem im jeweiligen Abrechnungszeitraum geltenden Steuerstatus des Plattformbetreibers und wird im Abrechnungs-/Rechnungsdokument ausgewiesen. Ändert sich dieser Steuerstatus, wird die steuerliche Darstellung entsprechend angepasst; der technische Booking-Snapshot dokumentiert die bei der konkreten Buchung angewendete Gebühren- und Steuerbehandlung.
5. Stripe, Zahlungsabwicklung und Auszahlung
Die Zahlungsabwicklung erfolgt über Stripe. Für Partnerauszahlungen kann Stripe Connect eingesetzt werden. Der Betrieb muss ein auszahlungsfähiges Connected Account vollständig und richtig einrichten und die von Stripe verlangten Angaben aktuell halten. Auszahlungen können bei Refunds, Chargebacks, Disputes, Rücktritten, No-Show-Prüfungen, Beschwerden, Sicherheitsfällen oder widersprüchlichen Zahlungsständen zurückgehalten werden, bis der Vorgang geklärt ist.
6. Kundenstorno, Betriebsstorno und No-Show
Fahrnetz bittet Kunden, bestätigte Termine möglichst mindestens 24 Stunden vorher zu stornieren. Im aktuellen Release erhebt Fahrnetz bei einer Kundenstornierung vor Terminbeginn keine automatische pauschale Stornogebühr; bereits eingezogene Zahlungen werden im vorgesehenen Prozess vollständig rückerstattet. No-Show-Fälle und Fälle nach Terminbeginn werden getrennt dokumentiert und können einer Prüfung bedürfen.
Storniert der Betrieb, ist eine bereits eingezogene Kundenzahlung vollständig zurückzuerstatten. Kurzfristige Betriebsstornos können aus Sicherheits- und Dokumentationsgründen über Fahrnetz geprüft werden. Der Betrieb darf eine über Fahrnetz vermittelte Buchung nicht durch nachträgliche Verlagerung außerhalb der Plattform so behandeln, dass vereinbarte Plattformgebühren oder Kundenschutzmechanismen umgangen werden.
7. Rücktrittsrecht von Verbrauchern
Der Betrieb wirkt an der ordnungsgemäßen Bearbeitung gesetzlicher Rücktrittserklärungen mit. Wird eine Leistung auf ausdrücklichen Wunsch innerhalb einer gesetzlichen Rücktrittsfrist begonnen, sind die im Booking protokollierten Erklärungen und der tatsächliche Leistungsstand für die weitere Behandlung maßgeblich. Bei Rücktritt nach möglichem Leistungsbeginn können Auszahlung und Refund bis zur Klärung des Leistungsstands blockiert werden.
8. Rechnungen, Steuern und Angaben des Betriebs
Der Betrieb hinterlegt seinen zutreffenden Steuerstatus und die erforderlichen Rechnungsdaten. Er bleibt für die steuerliche Behandlung seines Kundenumsatzes und die Richtigkeit seiner Angaben verantwortlich. Fahrnetz darf die im Booking-System vorgesehenen Rechnungs- und Gutschriftdokumente im Namen beziehungsweise für Rechnung des Betriebs nur im Umfang der vom Betrieb erteilten Beauftragung und der technisch dokumentierten Steuerangaben erstellen.
9. Externe Kalender
Ein Partnerbetrieb kann freiwillig einen unterstützten Google- oder Microsoft-Kalender verbinden. Fahrnetz nutzt die Verbindung für die Belegt-/Frei-Prüfung. Titel, Beschreibungen, Teilnehmer und Orte externer Termine werden nicht als Booking-Inhalt an Kunden angezeigt. Bei fehlerhafter, getrennter oder nicht ausreichend aktueller Synchronisierung kann Fahrnetz Direktbuchung deaktivieren und auf den Terminbestätigungsprozess zurückfallen.
10. Ranking und Transparenz
Für die Sortierung und Darstellung können insbesondere Relevanz zur gesuchten Leistung, Entfernung, Preis, Bewertung, Verfügbarkeit und weitere Qualitäts-/Vollständigkeitssignale berücksichtigt werden. Entgeltlich hervorgehobene Platzierungen werden als solche gekennzeichnet. Eine Premium-Mitgliedschaft allein begründet keinen Anspruch auf einen bestimmten organischen Rang.
11. Datenzugriff
Der Betrieb erhält nur die für seine eigene Buchung erforderlichen Kundendaten und Booking-Informationen. Er darf diese nur für Abwicklung, Durchführung, gesetzliche Pflichten und zulässige Kundenkommunikation verwenden. Ein Zugriff auf Daten anderer Betriebe ist nicht gestattet.
12. Einschränkung, Suspendierung und Beendigung
Fahrnetz kann Funktionen oder den Booking-Zugang insbesondere bei Betrugsverdacht, Sicherheitsrisiken, wiederholter Nichtleistung, irreführenden Preisen, missbräuchlicher Plattformumgehung, erheblichen Vertragsverstößen oder fehlender Zahlungs-/Auszahlungsfähigkeit einschränken. Soweit gesetzlich erforderlich, werden Gründe, Fristen und Rechtsbehelfe transparent mitgeteilt.
13. Änderungen der Partnerbedingungen
Wesentliche Änderungen werden den betroffenen Partnerbetrieben in angemessener und, soweit gesetzlich erforderlich, vorgegebener Frist mitgeteilt. Laufende Buchungen werden grundsätzlich nach den für ihren jeweiligen Booking-Snapshot dokumentierten Bedingungen abgewickelt, soweit zwingendes Recht nichts anderes verlangt.
14. Reporting und gesetzliche Meldepflichten
Fahrnetz kann Buchungs-, Gebühren- und Auszahlungsdaten für gesetzliche Aufzeichnungs-, Steuer-, Plattform- oder Behördenpflichten verarbeiten und bereitstellen. Der Betrieb stellt die hierfür erforderlichen zutreffenden Stammdaten bereit.